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Introvertierte Freundschaften

Ich möchte heute einmal die Frage von @Smilla aufgreifen, wie Freundschaften zwischen Introvertierten funktionieren.

Wie ich finde, sehr gut :)
Vor allem aber in meinem Tempo.

Außerdem darf ich die schöne Erfahrung machen, dass Freundschaften zu ebenfalls (eher) introvertierten Menschen sehr von Verständnis und Wohlwollen geprägt sind.
Auch brennen diese Verbindungen selten ab wie ein Feuerwerk, sondern sind eher auf längere Zeit ausgelegt. Denn auch, wenn man sich längere Zeit einmal nicht sieht oder den Kontakt hält, so konnte ich meist immer wieder dort anknüpfen, wo man stehen geblieben/sich das letzte Mal gesehen hatte.

Und das finde ich in meinem Fall eigentlich recht angenehm.

Die Zeit, die ich für mich selbst brauche, um wieder Energie zu tanken, kann ich zudem mit Leichtigkeit meinen Freunden zugestehen :)

Wie sind eure Erfahrungen in Freundschaften zu Intros?

Hier fände ich eigentlich auch einmal die Sichtweise von jenen interessant, die sich mehr auf der Extrovertierten Seite des Spektrums befinden.

Kommentare

  • Gerade was das „längere Zeit nicht sehen“ oder sogar über längere Zeit nicht schreiben angeht - sondern vielleicht nur die timeline auf den unterschiedlichsten Kanälen verfolgen..

    Ich war die vergangenen zwei Tage in einem Kurs, in dem die Frage aufkam, was den Umstand, wenig eigene Zeit zu haben mit Freundschaften macht. Und es rutschte mir einfach so heraus, dass wahre Freundschaften das aushalten. Und ja, da glaube ich dran, dass wenn eine gewisse Basis geschaffen wurde - dies vielleicht vorausgesetzt - dann kann ich persönlich auch Monate bis Jahre des Schweigens aushalten. Und danach trotzdem wieder anknüpfen.

    Ich hatte sogar immer wieder einmal den Eindruck, dass gerade im Umgang mit eher vermeidenden Mitmenschen täglicher/häufiger Kontakt eher schadet, als nutzt.

    Jeder hat schließlich auch sein eigenes Leben. Eigene Verpflichtungen.

    Wie schön, dieses Gefühl, für sich zu erkennen, dass ich meine Freundschaft und damit Wohlwollen nicht immer wieder bekräftigen brauche, sondern dass davon ausgegangen werden kann und glücklicherweise wohl auch wird.

    Dies ist mir persönlich sehr angenehm.
    Zumal ich auch nicht immer „Sprechstunde“ habe.

    Klar bedarf eine Freundschaft Pflege. Doch da gibt es ja mehr Möglichkeiten, als sich z.B. einmal im Monat im Real Life zu treffen.

    Mir sind inzwischen weniger Treffen, dafür mit wertvoll gefüllter Zeit wichtiger, als dass ich jemand täglich sehen müßte.

    Wie seht ihr das?

  • Faszinierendes Thema! 💜

    Ich nehme es ähnlich wie Du wahr - manche Verbindungen leben auch ohne häufigen Austausch weiter.


    Ok - zugegeben... wie habe ich das denn in meiner Kindheit erlebt? Wie wurde ich geprägt? Mal von meinen Veranlagungen abgesehen... 🙃


    Großeltern und Tanten/Onkels weit weg. Habe sie nur für kurze Zeit und nur wenige Male pro Jahr gesehen. Sommer- und Weihnachtsferien. Mehr nicht.

    Zwischendurch: gelegentliche kurze Telefonate (damals war telefonieren noch richtig teuer!) oder mal ne Postkarte oder ein Brief.


    Aber für mich war immer eine Verbindung da.


    Was ging mir neulich durch den Kopf?

    (Seit ich mit Post-Covid und ME/CFS so ausgebremst und abgeschnitten bin, reflektiere ich öfters mal das soziale Leben aus der Ferne...)


    Kann es sein, dass soziale Kontakte das innere Belohnungssystem in Gang halten? Und dass es eben Menschen gibt, die vielleicht deswegen eine hohe Dichte an Kontakten brauchen? Weils die innere Chemie verlangt?

    (Ich möchte an der Stelle betonen, dass es wertfrei ist! 💜)


    Und kann es sein, dass es Menschen gibt, die es auf andere Weise schaffen, das innere Belohnungssystem aufrecht zu erhalten? Mit wenigen Kontakten?


    Introversion und Extroversion biochemisch betrachtet? ✨️

  • Das finde ich einen sehr interessanten Betrachtungswinkel, den du da aufgreifst @wind_und_wellen !

    Und ja, völlig wertfrei betrachtet: wir Menschen sind soziale Wesen. Ohne Zuwendung können wir nicht existieren. Kann man das so krass ausdrücken? 😮

    Und so unterschiedlich wir alle sind, benötigt manch einer eben mehr und eine andere weniger Zuwendung. Kontakt zu anderen.

    Das zu erkennen, ist mir viel wert.

    Ich für meinen Teil stelle inzwischen fest, je mehr ich selbst Einfluss darauf habe, wie viel Kontakt ich benötige und zulasse, umso mehr gibt mir dann die Zeit mit anderen.

    Man könnte auch von Qualität statt Quantität sprechen 😀

    Das hängt wohl auch mit meinem erworbenen Wissen um die nötige Alleinzeit zusammen.
    Dass ich in Kindertagen meist lieber für mich allein im Zimmer etwas gespielt habe, war sicher schon früh auffällig, wie klar. Oder mit maximal einer Freundin. Wenn es mehr Spielgefährten wurden, war das auf Dauer schwierig. Mal zu einer Geburtstagseinladung, ja. Doch da wurde selten gemalt oder ein Buch gelesen, sondern es ging um eher sportliche Geschicklichkeit. Mannschaften bilden. Wettbewerb. schwupp raus.

    Aber ich schweife irgendwie ab 😉

    Die letzten Tage durfte ich die schöne Erfahrung machen, dass trotzdem ich allein lebe, ich nicht komplett allein bin. Es Menschen gibt, die an mich denken und andere, mit denen ich mich vernetzen kann. Und diese Erkenntnis tut so verdammt gut, da bin ich gestern wie auf Wolken geschwebt.

    Was hat das mit introvertierten Freundschaften zu tun?
    Ich glaube für mich zu erkennen, dass man auch auf Distanz verbunden sein und Nähe spüren kann. Und wenn die Zeit und der eigene Energiehaushalt es erlaubt, kümmert man sich um ein treffen im Real Life.

    Manchmal würde mir da sicherlich etwas mehr Spontanität helfen. Das setzt allerdings voraus, Menschen im direkteren Umfeld zu haben, um auch mal spontan nach Feierabend „einen trinken zu gehen“..

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