Zuverlässigkeit entgegen Spontanität?
Vielleicht kennt das ja außer mir noch jemand?
Ich bin in meinen Gedanken und meinem Handeln gern ein zuverlässiger Mensch.
Eher planerisch unterwegs, als spontan.
Bisher hat sich für mich (allzugroße) Spontanität mit Verlässlichkeit ausgeschlossen.
In letzter Zeit stelle ich jedoch immer öfter fest, dass manches vielleicht leichter wäre, wenn man die Dinge spontaner und damit kurzfristiger anginge.
Denn wie kann man bei einer Planung weit im Voraus überhaupt wissen, ob man den einmal festgesetzten Termin dann überhaupt wahrnehmen kann? Nicht unbedingt, weil man keine Zeit hat - denn das wäre für mich z.B. einer der Nachteile von Spontanität: wenn einem kurzfristig einfällt, am kommenden Tag oder in ein paar Stunden etwas (mit mehrere Beteiligten) unternehmen zu wollen, so kann es sehr gut sein, dass kaum einer der Beteiligten die Zeit erübrigen kann, weil bereits andere Termine anstehen, die längerfristig geplant wurden.
Spontane Aktionen scheinen mir also um so einfacher zu realisieren, je weniger Menschen daran beteiligt sind.
Oder es müßte sich um Teilnehmer handeln, die grundsätzlich wenig Termine wahrzunehmen haben. Und im näheren Umkreis leben.
Ein wenig scheint mir das Thema auch mit dem leben im Hier und Jetzt zu tun zu haben. Was mir persönlich gut tut, mich jedoch auch meinem Umfeld entfernt, wenn ich nicht mehr auf längere Sicht plane.
Was hat das jetzt alles mit Verlässlichkeit zu tun?
Es gab Zeiten, da habe ich sozusagen Monate im Voraus gelebt. Weil es nicht anders ging, wenn ich mich zu einem bestimmten Datum verlässlich mit meinen Freunden treffen wollte, die im weiten Umkreis verteilt leben.
Bahntickets wollten möglichst günstig gekauft, Übernachtungsmöglichkeiten organisiert und das Wichtigste: Urlaub beantragt werden. Damit ein Treffen auch wirklich stattfinden kann.
Dies alles rechtzeitig zu organisieren kann ich inzwischen im Schlaf - jedoch, es bedeutet mir zunehmend Streß. Dass auch ja alles klappt. Auch, dass man nicht mit allzuvielen Unannehmlichkeiten mit der Bahn rechnen muß.
Zusätzlich, an dem geplanten Termin dann gut drauf zu sein. Geistig wie körperlich. Fit.
In der nahen Vergangenheit mußte ich bereits das ein oder andere Treffen absagen. Was entgegen meinen eigenen Grundsätzen steht, dass wenn ich einmal Ja gesagt habe, die Sache auch durchgezogen wird, denn man soll sich ja schließlich auf mich verlassen können!
Wie könnte es also gelingen, mehr Spontanität ins Leben zu holen und dabei trotzdem verlässlich zu bleiben?
